Die Teilnehmerinnen des 25. Kongresses von Frauen in Naturwissenschaft und Technik erklären:
Der Krieg Deutschlands und der NATO gegen Jugoslawien löst in keiner Weise die Probleme im Kosovo. Im Gegenteil: Er zerstört die strukturellen, ökonomischen und ökologischen Grundlagen aller in Jugoslawien und den angrenzenden Ländern lebenden Bevölkerungsgruppen und damit wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie.
Dieser Krieg verstößt gegen das Grundgesetz und völkerrechtliche Vereinbarungen. Es ist zynisch, diese im Namen vermeintlich humanitärer Ziele außer Kraft zu setzen. Die Doppelmoral der Regierung zeigt sich auch an ihrer ausgrenzenden Flüchtlingspolitik. Selbst die u. a. aus der Friedensbewegung hervorgegangene Partei ‚Bündnis 90/ Die Grünen‘ ist Kriegspartei geworden.
Politik und Medien vermitteln uns durch geschickte emotionale Propaganda, daß der Einsatz von Militär Menschenrechte schützen könne. In dieser Logik ist Krieg das "kleinere Übel" geworden, und KriegsgegnerInnen werden als Milosevic-BefürworterInnen diffamiert.
Wir fordern die Bundesregierung auf, die deutsche Beteiligung am Militäreinsatz sofort und einseitig zu beenden und entsprechend auf ihre NATO-PartnerInnen einzuwirken.
Außerdem fordern wir die Aufnahme von Friedensverhandlungen unter entschiedener Beteiligung vieler Frauenorganisationen der betroffenen Länder.
Darmstadt, den 16. Mai 1999